Neugestaltung der Epsilon XL von Staufenbiel....


Im Sommer 2025 war auf der Suche nach einem 4m Segler mit E-Antrieb, um auch mal diese Größe auszuprobieren. Fündig geworden bin ich auf einen der unzähligen Plattformen, und konnte einen 4m Epsilon-XL günstig erstehen.

 

Nach ein paar anfänglichen Problemen und geringfügigen Anpassungen absolvierte das Epsilon auch seinen Erstflug und viele weitere schöne Auf- und Abstiege.

 

 

Der Tag musste wohl kommen und bei etwas mehr Seitenwind passierte das unvermeidliche: Der Flieger kam leicht von der geplanten Landerichtung ab, landete zwar ordentlich, hakte mit der Fläche im höheren Gras ein und schlitterte Richtung Absperrung, wo dann ein Zaunpfahl seinen Vorwärtsdrang stoppte.

 

Ergebnis. Ein massives Loch in der Außenfläche!

 

 

Die Bereiche rund um die Schadens-Stelle wurde großzügig von der Folie entfernt und schon da fiel bereits auf, dass hier mehrere Schichten unterschiedlicher Folien zum Einsatz kamen……Da war ein Profi am Werk!

 

 

 

Mit Papier-Krepp wurde ein Bereich angezeichnet, ausgeschnitten, von der Balsabeplankung entfernt  und mit einen passenden Styropor-Kern ersetzte. Der Kern wurde dann passend der seitlichen Kontur vorsichtig zurechtgeschliffen, sodass danach die neue Balsa-Oberfläche eingesetzt und verklebt werden konnte. Das erfolgte erst auf der einen und dann auf der anderen Seite, da immer erst der Trockenvorgang abgeschlossen werden musste.

 

 

Die Folierung in diesem Bereich wurde daraufhin wieder hergestellt, wohl aber im Hinterkopf, dass diese gesamte Oberfläche so nicht bleiben kann. Das sollte sicher neugestaltet werden. Eine Arbeit für lange, kalte Winterabende….

 

Inzwischen absolvierte der Epsilon viele erfolgreiche Flüge und bereitete dem Besitzer viel Freude…..

 

 

 

Irgendwann Ende November kam dann die Stunde der Wahrheit…

 

Das Wetter war zu schlecht, um irgendeiner Freiluft-Tätigkeit nachzugehen und so sollte es ein Nachmittag in der Werkstatt werden….

Bloß ein Nachmittag.! ich sollte eines Besseren belehrt werden......

 

 

Erster Versuche, die Folie abzuziehen, scheiterten kläglich. Die Folie riss aus aus und ein Abzupfen der verbleibenden Folien-Reste glich einen Sisyphus-Arbeit…..und durch das Herum-Stecherei mit dem Cutter-Messer wurde die Oberfläche auch nicht besser!

Der zweite Versuch mit dem Heißluft-Föhn ergab wesentlich bessere Resultate und die Folienteile konnten (fast) in einem Stück entfernt werden……

 

 

Nun ja, nicht wirklich ein Thema zum Verzweifeln, aber die damit verbundene Entfernung der ganzen Folie brachte so einige weiter „Baustellen“ an’s Licht, mit denen ich nicht gerechnet hätte. 

Von Außen war damals nicht wirklich was zu erahnen...aber was soll's!

 

 

Der Vorbesitzer hatte wohl schon so einige ähnliche Landungen oder „Transport-Schäden“, die jedoch in Punkte Reparatur-Qualität noch Luft nach oben ließ……

Die nachfolgende Folierung wurde dann auch nicht besser ausgeführt und glich eher einer Patch-Work Arbeit…. Auch wurden scheinbar einige „Blessuren“ nicht behoben und Risse unter der Folie erst nach Entfernen der alten Folie sichtbar.

 

Neben der von mir ausgebesserten Stelle kam noch eine weitere Baustelle an’s Licht sowie einige Stellen auf anderen Flächenteilen und Seiten. Hier wurde seinerzeit nur oberflächlich ausgebessert  ( Folie über das Loch…passt schon!) und auch nicht gerade professionell. 

 

 

 

Nach etwa 3 Stunden waren sämtliche Oberflächen ihrer alten Folie befreit und konnten neu belegt werden.

 

 

 

Da die Ruder bereits seinerzeit ohne Scharniere und mit mittels der Folie „anscharniert“ wurden, wurde auch diesmal diese Variante gewählt. Etwas zeitintensiv aber absolut wirkungsvoll... und der Spalt zwischen Fläche und Ruder wurde auf fast Null reduziert.

 

Ja, ich gebe zu, ich habe auch mehrere Versuche benötigt, um ein zufriedenstellendes Resultat zu erreichen aber mit ein paar Hilfsmitteln und Vorbereitung gelingt das sehr gut!

 

 

 

 

Hier in diesen Fall wurde das Querruder, welches über den gesamten Flächenteil geht, einfach nach oben geklappt. Danach mit ein paar streifen Bügelfolie „angeheftet und dann wieder umgedreht, wobei darauf geachtet werden muss, dass das Ruder so knapp wie möglich an der Fläche anliegt.

Dann von oben ebenfalls ein paar „Heftungen“ vorgenommen. Schon ist das Ruder in der richtigen Position und kann von beiden Seiten bearbeitet werden.

 

 

Hier bereits die fertige “Scharnierfläche“. Die Heftungen sind nicht mehr sichtbar und sollte das Ruder in die eine oder andere Seite etwas mehr abstehen, einfach an dieser betreffenden Seite mit dem Folienbügeleisen über die Scharnier-Kante fahren, bis die „Spannung“ aus der Folie heraußen ist.

 

Für die Unterseite hatte ich mir eine teils gelb, weiße Oberfläche mit schwarzen Block-Streifen vorgestellt.

 

 

Die Flächen-Oberseite sollte vorerst weiß bleiben. Hier ist zum aktuellen Zeitpunkt das Design noch nicht klar….Folien in mehreren Farben habe ich genügend……

 

Die Unterseite mit den schwarzen Block-Streifen im Carbon-Design……

Nun war im Fundus noch eine Menge an Folien verfügbar, sodass der Drang bestand, so günstig und effektiv als möglich hier das bestmögliche Ergebnis zu erwirken….

 

 

 

Zur Wahl standen hier 4 Farben….

 

 

Die erste Fläche gelang ganz gut, da ja noch keine idente Gegenseite nachempfunden werden musste. Die Folie wurde nur mal zur besseren Begutachtung aufgeklebt und an die Fläche von der Unterseite zwecks Optik beigestellt.

 

 

Das Muster und die Sichtbarkeit war gegeben und somit konnte mit den Verfeinerungen fortgefahren werden, denn die Folie sollte nicht bis zu den hinteren Ruder-Kanten reichen sondern einen kleinen, ca. 3mm Rand belassen.

 

Bei der grauen und roten Folie funktionierte das ausgezeichnet, leider war die blaue Folie scheinbar etwas Besonderes, denn sie ließ sich nicht nachträglich abziehen.

 

 

 

Versuche mit Skalpell, reiben und Heißluft-Föhn brachten keinen Erfolg. Im Gegenteil. Mit Hitze wurde die Oberfläche nur noch klebriger und rauer.

 

 

 

Lange Rede, kurzer Sinn:

 

Die Ränder wurden so gut es geht abgekratzt und eine dünklere, blaue Folie darüber geklebt. Der Arbeitsaufwand war zwar größer, strapazierte das Nerven-Kostüm….aber brachte auch eine bessere Optik zu Tage…..

 

 

 

Schließlich wurde an Anlehnung an den ersten Flügel auch der Zweite entsprechend ausgeführt……

 

 

Die Folien sind nichts besonders, einfach nur Reste aus dem Car-Folier-Segment…

 

Beim Aufkleben habe ich immer darauf geachtet, dass die Kontur genau passt, dann wurde nur ein Stück Unterseite abgeschnitten, sodass die Klebeseite offen lag und dann positioniert. Passte Alles, wurde dieses Bereich der Folie aufgedrückt und mit einem weichen Tuch angedrückt.

 

 

Sowohl bei den Rudern als auch an der Nasenleiste ließ ich etwa 2-3mm Freiraum. Das ergab eine bessere Optik und die Folie wird beim Transport und Hantieren der Flächen am Rand nicht abgenützt. 

 

 

 

Das Leitwerk wurde ebenfalls gestrippt.

 

Gleiche Vorgehensweise wie bei den Flächen... 

 

Heißluftföhn auf die Fläche lenken, bis sie sich leicht anhebt. Dann dieses Folienbereich anheben und unter weiterer Wärmezugabe im Bereich vor der angehobenen Fläche abziehen…

 

Hier die noch alte Fläche…

Und hier dann das „Stripping“ sowie neu bespannt!

 

 

Wichtiger Hinweis:

 

Das Entfernen der Folie geht wie bereits erwähnt mit einem Heißluft-Föhn sehr angenehm und effizient.

Danach soll überprüft werden, ob nicht alte Klebe-Reste zu sehen sind, weil nämlich beim nachträglichen Arbeiten mit dem Folienbügeleisen dann die Stoffbespannung diese aufgewärmten Klebereste aufnimmt und sie unschön auf der neuen Folie verteilt. Daher Arbeiten auf heller Folie die Bespannung des Folienbügeleisens kontrollieren!

 

 

Die Farbgestaltung des Leitwerks lehnt sich an das der Flächen an und wurde entsprechend ausgeführt….

 

 


Den Rumpf möchte ich ebenfalls noch neu lackieren, denn das Weis ist nicht mehr so schön und durch das UV-List ausgebleicht.

 

 

 

Das erste Probesitzen von Fläche und Leitwerk sah ganz vernünftig aus…..

 

 

Demnächst kann ich mich den Ruderanlenkungen und Servoabdeckungen widmen.

 

Diese sollten ebenfalls die Farbgebung entsprechend der Folien-Unterseite bekommen…..aber es kam anders. Mittels 3D-Drucker entstanden die SDervoabdeckungen und es erschien mir einguter Kontrast mit der weissen Ausführung... Mittels TESA-Streifen werden dann die Abdeckungen befestigt und lassen sich jederzeit rückstandslos entfernen....

 

 

Außerdem wird noch der Schriftzug EPSILON-XL benötigt. Der soll dann auf der Oberseite platziert werden…… 

 

 

Demnächst kann ich mich den Ruderanlenkungen und Servoabdeckungen widmen.

 

Diese sollten ebenfalls die Farbgebung entsprechend der Folien-Unterseite bekommen…..

 

Außerdem wird noch der Schriftzug EPSILON-XL benötigt. Der soll dann auf der Oberseite platziert werden…… 

 

Der Rumpf benötigt eine Überarbeitung durch Abschleifen, Loch auf der Unterseite schließen und verschleifen. Grundieren, lackieren und Design anbringen…Die Winterabende bieten sicher noch Gelegenheit dazu…… 

 

Er wurde von sämtlichen Zierstreifen entfernt und danach mit einem 400er Schleifpapier komplett überschliffen. Danach wurden sämtliche Löcher und Fehlstellen mit Epoxi geschlossen und verspachtelt. Im Anschluss grundiert und mehrmals mit Acryl-Lack „Traffic White“, RAL 9016 mehrmals lackiert. Auch mit der Haube wurde ähnlich verfahren. Als Farbe wurde „Ultramarine Blue“, RAL 5012 verwendet. Das passte ganz gut zu der Folie am Flügel….

Einige kleine Detiails werden demnächst noch angebracht bzw. umgesetzt wie zB. der Schriftzug und das Justieren der Ruder. Danach kann der Frühling kommen....